Photodynamische Therapie

Für die photodynamische Therapie mit 5-Aminolaevulinsäure (5-ALA) zur Behandlung nicht-hyperkeratotischer aktinischer Keratosen steht in Deutschland heute ein topisch zu applizierender Methylester der ALA (Methyl-5-amino-4-oxo-pentanoat) zur Verfügung (Metvix®).

In den Tumorzellen kommt es zu einer Anreicherung von ALA, das in Protoporphyrin IX, einem Photosensibilisator, umgewandelt wird. Unter Lichtexposition entwickelt das akkumulierte Protoporphyrin IX eine zytotoxisch wirksame photodynamische Reaktion, die zu einer starken entzündlichen Reaktion führt, wobei das kosmetische Langzeitergebnis exzellent ist. Die Wirksamkeit der photodynamischen Therapie ist mit den anderer Therapieverfahren vergleichbar.

Nach Currettage von etwaigen hyperkeratotischen Anteilen erfolgt die Applikation der ALA und nachfolgend eine lichtdichte Abdeckung (vorzugsweise mit Aluminium-Folie) des Areals. Nach 3-stündiger Einwirkzeit erfolgt die Bestrahlung mit Licht im Bereich der Soret-Bande des Porphyrins (405 nm). Eine Tube Metvix®, die 2 Gramm enthält (Preis: 400€), reicht bei einer erwünschten Schichtdicke von ca. 1 mm für eine Fläche von circa 20 cm2. Bei Verwendung des Aktilite®-Lampensystems wird die erforderliche Lichtdosis von ca. 37 J/cm2 in 8-10 Minuten appliziert. Die Bestrahlung ist schmerzhaft, teilweise werden die Schmerzen als sehr stark geschildert. Aus diesem Grund ist eine fortwährende Kühlung während der Behandlung über Ventilatoren und mittels Kryogeräten unerlässlich.

Die photodynamische Therapie gehört derzeit nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen und muß durch den Patienten selbst bezahlt werden.

Sie eignet sich sehr gut für die Behandlung großflächig veränderter Areale. Im Vergleich zur Behandlung mit 5-Fluorouracil wird von vielen Patienten die Verkürzung der Schmerzperiode sowie der Therapiedauer gesehen. Die photodynamische Therapie ist keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen und muß, falls gewünscht, den Patienten nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) in Rechnung gestellt werden.

5-Fluorouracil

Neben der Kryotherapie gehört die topische Applikation des Zytostatikums 5-Fluorouracil, das in einer 5%-igen Salbengrundlage vertrieben wird (Efudix®), zu den seit Jahrzehnten etablierten Therapien. Die Wirkung beruht auf einer Blockade der Mehylierungsreaktion von Desoxyuridinsäure zu Thymidinsäure und somit über eine Beeinflussung der DNA, weniger der RNA-Synthese. Unter dem Einfluß von Fluorouracil kommt es somit zu einer Thymindefizienz der Zelle und nachfolgend zu ihrem Tod. Die Substanz wird gewöhnlich 2 x täglich über 3 Wochen eingesetzt. Auch eine einmal tägliche Applikation übernacht ist möglich. Eine sehr ausgeprägte Entzündungsreaktion wird beobachtet, die auch nässend verlaufen kann. Jedoch scheint die Entzündungsreaktion für die Effizienz der Behandlung entscheidend zu sein, was eine aktuelle Studie belegt: die einmalig pro Woche über einen Zeitraum von 12 Wochen durchgeführte Applikation von 5-Fluorouracil führte im Gegensatz zur kontinuierlichen, 2 mal täglich über 3 Wochen durchgeführten Applikation zwar zu einer signifikanten Reduktion der Entzündung, jedoch auch zu signifikant geringeren Abheilungsraten. Die Abheilungsraten erreichen die international akzeptierten Effektivitätskriterien. Nachteile dieses Therapieverfahrens ist die Schmerzhaftigkeit und bei großflächiger Applikation das lange Zeitintervall, in dem die Patienten allenfalls eingeschränkt geschäftsfähig sind.

Podophyllin

Der Extrakt aus Podophyllum peltatum (Nordamerika) oder Podophyllum emodi (Indien) stellt ein Phytopharmakon dar. Podophyllin wurde lange Zeit in 10-25%iger Konzentration (gelöst in absolutem Alkohol oder Tinctura benzoes) eingesetzt. Die Läsionen wurden betupft und die Substanz nach circa 6 Stunden abgewaschen. 3- bis 4 Sitzungen im Abstand von 2 bis 4 Wochen waren in der Regel notwendig. Aufgrund negativer Bewertung, insbesondere durch das Auftreten toxischer Reaktionen und wirksamerer und nebenwirkungsärmerer Alternativen wird diese Substanz heute nur noch selten eingesetzt.

Aktinische Keratose: Topische Behandlungsverfahren

Diclofenac-Natrium

Solaraze® Gel, eine 3%ige Diclofenac-Natrium-Zubereitung, ist eine zugelassene topische Darreichungsform für die Behandlung aktinischer Keratosen. Solaraze® Gel erfüllt die international akzeptierten Effektivitätskriterien mit einer Abheilungsrate aller Läsionen ≥ 75%. Die Zubereitung wird zweimal täglich appliziert. Nach einer durchschnittlichen Behandlungszeit von 75 Tagen wiesen 42 von 106 Patienten (39,6%) eine vollständige Abheilung der Zielläsionen auf . Für einzelne, wenig infiltrierte Läsionen stellt diese Behandlungsform eine mögliche Therapieoption dar. Typische Nebenwirkungen sind geringe Irritationen im Applikationsgebiet, die jedoch in der Regel nicht zu einem Therapieabbruch führen. Wichtig ist eine aufgrund der langen Behandlungsdauer hohe Patientencompliance. Als Vorteil ist das exzellente kosmetische Ergebnis zu werten.

Imiquimod

Imiquimod (Aldara®) ist für die Behandlung aktinischer Keratosen zugelassen und v.a. für Patienten mit einigen wenigen Herden geeignet. Imiquimod gehört zur Gruppe der Immune Response Modifier (IRM), einer Gruppe niedermolekularer Imidazoquinolin-Derivate, die die körpereigene spezifische Immunabwehr aktivieren. Unter Imiquimod werden die sog. Th1-Zytokine Interferon-alpha, Tumor-Nekrose-Faktor alpha und Interleukin 12 vermehrt freigesetzt, die eine zytotoxische Reaktion bewirken. Doppel-blinde Untersuchungen zur Wirksamkeit liegen vor. Die topische Applikation übernacht 3 x wöchentlich erbrachte bei Behandlung über einen Zeitraum von 12 Wochen eine vollständige, histopathologisch nachgewiesene Abheilung von 84%. Eine weitere, diesmal über 16 Wochen durchgeführte Untersuchung unter Anwendung der gleichen Applikationsfrequenz konnte bei 57% der 286 eingeschlossenen Patienten eine vollständige Abheilung erzielen. Wie bei der Diclofenac-Zubereitung ist der Vorteil, dass die Behandlung zu Hause durchgeführt werden kann. Das Entzündungspotenzial ist wesentlich höher als für Diclofenac. Es kommt unter der Behandlung häufig zur Entwicklung nässender Veränderungen. Wie auch im Falle von Diclofenac-Natrium ist das kosmetische Ergebnis exzellent.

Nagelpilz (Onychomykose): Verlauf und Vorbeugen

Ein Nagelpilz (Onychomykose) nimmt unbehandelt einen chronischen Verlauf.

Örtliche Behandlung

Wichtig ist, die Therapie konsequent und lang genug durchzuführen: Wenn auch nur einige wenige Pilzreste zurückbleiben, besteht die Gefahr, dass sich der Nagelpilz erneut ausbreitet. Eine Nagelpilz-Behandlung dauert daher mehrere Monate.

Komplikationen

Wenn die Nagelplatte durch den Pilzbefall verformt wurde, kann der betroffene Nagel im weiteren Verlauf einwachsen. In der Folge kann sich der Hautbereich um den Nagel entzünden (sog. Paronychie). Zudem können die Erreger auch die Haut befallen.

Sie können Nagelpilz (Onychomykose) vorbeugen, wenn Sie Faktoren, die einen Pilz begünstigen, meiden beziehungsweise verringern:

  • Verzichten Sie auf zu enge Schuhe und achten Sie darauf, dass Schuhe und Strümpfe luftdurchlässig sind.
  • Da sich Pilze in feuchter Umgebung besonders gut ausbreiten, sollten Sie darauf achten, Hände und Füße immer gründlich abzutrocknen, insbesondere in den Zehenzwischenräumen.
  • Kleine Verletzungen an den Nägeln können einen Nagelpilz begünstigen. Sie können vorbeugen, indem Sie zum Beispiel bei der Maniküre oder Pediküre sehr vorsichtig vorgehen.
  • Wer im Schwimmbad oder in der Sauna Badeschuhe trägt, senkt sein Risiko für Nagelpilz.
  • Damit Sie sich nicht bei anderen anstecken, sollten Sie keine gemeinsamen Handtücher benutzen.

Pocken: Verlauf und Vorbeugen

Die Pocken nehmen in der Regel einen schweren Verlauf; doch es überleben mehr als zwei Drittel der Betroffenen. Dennoch ist die Prognose bei Pocken insgesamt schlecht: Die Überlebenden sind meist durch schwere Narben verunstaltet und in vielen Fällen erblindet. Es gibt allerdings auch mildere Verläufe (weiße Pocken), die aber nicht weniger ansteckend sind.

Komplikationen

Die als schwarze Blattern oder Variola haemorrhogica bezeichnete Form der Pocken zeigt einen besonders heftigen Verlauf mit schweren Komplikationen. Innerhalb weniger Tage treten ausgedehnte, schwere Blutungen in die Haut, Blutungen der Schleimhäute sowie der inneren Organe, wie zum Beispiel Leber und Herz, auf. Aber auch Gehirn und Rückenmark können im Rahmen einer Pockenerkrankung betroffen sein. Die Betroffenen sterben bereits in der ersten Erkrankungswoche, häufig schon während der ersten 48 Stunden.

Sterblichkeit

Die echten Pocken nehmen zu rund 30 Prozent einen tödlichen Verlauf; bei den weißen Pocken beträgt die Sterblichkeit weniger als 1 Prozent. Die schwarzen Blattern verlaufen sogar zu annähernd 100 Prozent tödlich.

Wenn die Pocken in einer ungeimpften Bevölkerungsgruppe zum ersten Mal auftreten, ist davon auszugehen, dass diese Gruppe im Verlauf der zu erwartenden Epidemie auf etwa ein Drittel ihrer Ausgangsgröße schrumpft.

Sich gegen Pocken impfen zu lassen ist die einzige wirksame Maßnahme zum Vorbeugen dieser Erkrankung. Die Pockenimpfung ist jedoch heute in Deutschland keine Pflichtimpfung mehr: Die Pocken sind die bisher einzige Erkrankung, deren Ausrottung durch die konsequente Durchimpfung der Bevölkerung weltweit gelang. Dies war nur möglich, da sich ausschließlich der Mensch – und keine Wildtiere – mit Pocken anstecken kann. In geimpften Menschen kann sich das verantwortliche Pockenvirus nicht vermehren und stirbt ab. In Deutschland fanden die letzten größeren Pockenimpfungen im Jahr 1977 statt, ihre weltweite Aussetzung erfolgte im Jahr 1980. Bei den zu dieser Zeit gegen Pocken geimpften Menschen besteht wahrscheinlich kein Impfschutz mehr, da es nötig ist, die Schutzimpfungen alle fünf bis zehn Jahre aufzufrischen. Es ist jedoch möglich, dass der Verlauf einer Pockenerkrankung bei einmal geimpften Personen milder ist als bei ungeimpften Menschen.

Pigmentstörung: Verlauf und Vorbeugen

Eine Pigmentstörung zeigt meist einen harmlosen Verlauf. Daher kommt bei vielen Pigmentstörungen höchstens eine kosmetische Behandlung der Haut in Betracht. Wie sich eine Pigmentstörung im Lauf der Zeit weiterentwickelt, ist abhängig von ihrer Ursache und Ausprägung.

Die Pigmentstörung in Form von Sommersprossen beispielsweise bildet sich meist im Erwachsenenalter von allein zurück, während die Symptome des Albinismus aufgrund eines erblichen Defekts lebenslang bestehen bleiben. Andere Pigmentstörungen wie die Weißfleckenkrankheit (Vitiligo) nehmen in der Regel einen langsam fortschreitenden Verlauf. Die Flecken auf der Haut nehmen an Zahl und Größe zu und bilden schließlich einzelne großflächige Herde. In seltenen Fällen kann sich die Symptomatik spontan zurückbilden (Repigmentierung).

Einer Pigmentstörung können Sie nur bedingt vorbeugen: Pigmentstörungen können die unterschiedlichsten Ursachen haben, die nicht immer vermeidbar sind. Es ist zum Beispiel nicht möglich, vorsorgende Maßnahmen gegen eine Pigmentstörung mit erblicher oder hormoneller Komponente zu treffen. Allgemein empfiehlt es sich jedoch, vorbeugend übermäßige Sonneneinstrahlung zu meiden, da diese den Ausbruch bestimmter Erkrankungen der Haut, wie zum Beispiel der Weißfleckenkrankheit (Vitiligo), begünstigen.

Mycosis fungoides: Verlauf und Vorbeugen

Die Mycosis fungoides zeigt einen langsamen Verlauf, der Jahre bis Jahrzehnte andauert. Die Prognose dieser Krebserkrankung ist gut: Frühzeitig behandelt ist die Mycosis fungoides meist heilbar. Aber auch in späten Stadien der Mycosis fungoides sind durch eine Therapie noch lang andauernde Krankheitsrückgange (Remissionen) möglich. Bleibt die Mycosis fungoides unbehandelt, kann sie sich von der Haut über die Blut- und Lymphbahnen auf innere Organe und Lymphnoten ausbreiten – in dem Fall ist eine dauerhafte Heilung nicht mehr möglich.

Es sind keine Maßnahmen bekannt, mit denen Sie einer Mycosis fungoides wirksam vorbeugen können. Wenn Sie mögliche Anzeichen der langsam verlaufenden Krebserkrankung an sich erkennen, ist es jedoch ratsam, diese von einem Arzt abklären zu lassen, denn: Frühzeitig behandelt ist die Mycosis fungoides in der Regel vollständig heilbar. Die Mycosis fungoides beginnt typischerweise mit Hautveränderungen, die einer Schuppenflechte oder einem Ekzem ähneln und eventuell mit Juckreiz einhergehen.

Muttermal, Leberfleck: Verlauf und Vorbeugen

Leberflecken und Muttermale haben einen guten Verlauf – meist verursachen sie keine Beschwerden, und Komplikationen sind die Ausnahme. Bei Leberflecken und Muttermalen handelt es sich um gutartige Veränderungen, die sich vollständig und dauerhaft entfernen lassen. Manche Leberflecken bilden sich auch von selbst zurück.

In einigen Fällen weist ein entfernter Leberfleck Besonderheiten auf (dysplastischer Nävus), die der Hautarzt später unter dem Mikroskop erkennt. Dann ist es wahrscheinlich, dass auch an anderen Körperstellen „verdächtige“ Leberflecken vorkommen. Der Hautarzt wird solche Hautmale besonders aufmerksam unter die Lupe nehmen und dazu raten, die Leberflecken regelmäßig kontrollieren zu lassen.. Menschen mit vier oder mehr dysplastischen Leberflecken haben ein bis zu 30-fach erhöhtes Risiko, schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom) zu entwickeln. Andererseits entsteht nicht aus jedem dysplastischen Nävus auch ein Melanom.

Komplikationen

Ein Muttermal oder ein Leberfleckt führt nur selten zu Komplikationen. In manchen Familien treten Leberflecken gehäuft auf, oft mit zahlreichen bis zu münzgroßen Malen. Hier gehen die Leberflecken häufig auch mit einem gesteigerten Risiko von Hautkrebs einher. Besonders nach häufiger intensiver Sonnenbestrahlung (UV-Strahlung) findet man in diesen Leberflecken auffällig wirkende Nävuszellen (dysplastische Nävi). Das Risiko der Krebsentstehung ist hier stark erhöht. Auch bei den behaarten angeborenen Muttermalen besteht ein erhöhtes Entartungsrisiko. Beieinem solchen Muttermal besteht eher die Möglichkeit, dass sich maligne Melanome ausbilden. Es ist daher empfehlenswert, die Male so früh wie möglich entfernen zu lassen.

Einem Muttermal (Nävus) oder Leberfleck können Sie nur teilweise vorbeugen, denn die Neigung zu Pigmentflecken ist in den Genen festgeschrieben. Außerdem beeinflussen Hormone die Entwicklung von Nävi. Doch kann häufige und intensiveUV-Bestrahlung das Vorkommen von „auffälligen“, dysplastischen Leberflecken und das Risiko von Hautkrebs erhöhen. Sonnenbrände, insbesondere im Kindesalter, erhöhen das Risiko einer späteren Melanomentwicklung erheblich. Man sollte deshalb immer auf ausreichenden Sonnenschutz achten. Besonders hellhäutige Menschen mit vielen Leberflecken sollten sich eher selten und keinesfalls ungeschützt der Sonne aussetzen.

Außerdem ist es wichtig, die Haut und vorhandene Leberflecken im Rahmen der Krebsvorsorge regelmäßig beobachten zu lassen und auf Auffälligkeiten in Form und Farbe, unscharfe Begrenzung und mögliche Veränderungen sowie Symptome wie Rötung, Jucken und Nässen zu achten. Verändert sich ein Leberfleck oder bilden sich neue auffällige Flecken, ist unabhängig von der Krebsvorsorge-Untersuchung ein Besuch des Hautarztes sinnvoll.

Besonders hellhäutige Menschen mit vielen Leberflecken sollten die Muttermale regelmäßig im Auge behalten und kontrollieren lassen, insbesondere wenn bei ihnen oder ihren Verwandten bereits ein oder mehrere dysplastische Nävi oder gar ein malignes Melanom diagnostiziert worden sind.

Läusebefall (Pedikulose): Verlauf und Vorbeugen

Bei einem Läusebefall (Pedikulose) richtet sich der Verlauf danach, wie schnell die Behandlung erfolgt. Wenn Betroffene mit einem Kopflausbefall oder Filzlausbefall konsequent am Tag der Diagnose mit einer Läusetherapie beginnen, ist ein rascher Behandlungserfolg sicher. Die Behandlung mit einem Läusemittel wird in der Regel nach 8 bis 10 Tagen wiederholt, um alle Larven zu erwischen, die nach rund einer Woche aus den eventuell im Haar verbliebenen Läuse-Eiern (Nissen) nachschlüpfen.

Laut Infektionsschutzgesetz sind Eltern verpflichtet, Schule oder Kindergarten über einen Kopflausbefall zu informieren, um eine Ausbreitung der Läuse zu verhindern.

Komplikationen

Läuse können verschiedene Krankheitserreger übertragen, dies gilt insbesondere für Kleiderläuse. Sie übertragen vor allem Erreger, die für die Entstehung sogenannter Rickettsiosen, wie zum Beispiel das Fleckfieber (Erreger: Rickettsia prowazeckii) und das Fünftagefieber (Erreger: Rickettsia quintana), verantwortlich sind. Auch das sogenannte epidemische Läuse-Rückfallfieber (Erreger: Borrelia recurrentis) kann durch sie übertragen werden. Das Risiko, dass Läuse andere Erreger übertragen, ist in Deutschland jedoch relativ gering.

Einem Läusebefall (Pedikulose) können Sie durch besondere Aufmerksamkeit vorbeugen.

Ist ein Kopflausbefall bekannt, sollte Sie noch am ersten Tag mit einer Behandlung beginnen. Informieren Sie alle Personen, die engeren Kontakt zum Betroffenen hatten, wie z.B. Familienmitglieder, Freunde, Schulklasse oder Kindergartengruppe. Unmittelbar nach der ersten Behandlung mit einem zugelassenen Läusemittel können Schulen oder Kindergärten in der Regel wieder besucht werden.

Kleiderläusen können Sie vorbeugen, indem Sie auf eine ausreichende Hygiene achten. Nicht nur Eltern, auch Erzieher und Betreuer in Gemeinschaftseinrichtungen sollten besonders aufmerksam sein.

Sind beim Sexualpartner Anzeichen eines Filzlausbefalls sichtbar oder ist dieser bekannt, empfiehlt sich der Verzicht auf engen Körperkontakt und eine gemeinsame Läusetherapie. Eine Intimrasur kann das Risiko eines Filzlausbefalls verringern.

Melanom (schwarzer Hautkrebs): Definition

Melanom (schwarzer Hautkrebs): Definition

Das Melanom (schwarzer Hautkrebs) ist ein bösartiger (maligner) Hauttumor. Es entsteht aus den Pigmentzellen, die für die Hautfarbe verantwortlich sind: den Melanozyten (daher auch die Bezeichnung Melanom). Melanozyten liegen in der Oberhaut (Epidermis) und enthalten den Pigmentstoff Melanin. Hellhäutige Menschen mit schwacher Bräunungsneigung entwickeln häufiger ein malignes Melanom. Schwarzer Hautkrebs tritt vorwiegend auf Hautbereichen auf, die der Sonne ausgesetzt sind: Gesicht, Hals beziehungsweise Nacken, Arme und Unterschenkel.

Etwa 60 Prozent der Melanome entwickeln sich dabei aus einem Leberfleck (Muttermal, Fachbegriff: Nävus), der oft über Jahre völlig unauffällig war. Die Bezeichnung schwarzer Hautkrebs rührt daher, dass ein malignes Melanom selbst auch häufig wie ein sehr dunkler Leberfleck aussieht – im Gegensatz zu den häufigeren hellen Hautkrebsformen wie Basaliom und Spinaliom (Plattenepithelkarzinome).

Entwickelt sich ein schwarzer Hautkrebs, wachsen die Tumorzellen sowohl in waagerechter als auch in senkrechter Richtung. Durch das waagerechte Wachstum nimmt das Melanom auf der Haut sichtbar an Größe zu. Beim senkrechten Wachstum stellt die Basalmembran als unterste Schicht der Oberhaut vorübergehend eine Barriere zu den Blut- und Lymphgefäßen der Oberhaut dar. Gelingt es dem Melanom, sie zu durchdringen, können sich die Krebszellen über Blut- und Lymphbahnen im ganzen Körper verbreiten und in anderen Organen festsetzen und dort vermehren. Grundsätzlich können diese Tochtergeschwülste (Metastasen) jedes Organ befallen. Am häufigsten sind jedoch Lymphknoten, die Lunge, Leber, Knochen und das Gehirn betroffen. Auch äußerlich sehr kleine Hauttumoren können bereits streuen.

Häufigkeit

Weltweit tritt das maligne Melanom (schwarzer Hautkrebs) mit zunehmender Häufigkeit auf. Da seine Diagnose heutzutage meist schon im Frühstadium gelingt, sind die Heilungschancen deutlich gestiegen.

In den einzelnen Ländern ist schwarzer Hautkrebs unterschiedlich häufig: Während Menschen in Schwarzafrika viel seltener ein malignes Melanom entwickeln als in Deutschland, ist in Australien und Neuseeland die Rate neu auftretender Melanome weltweit am höchsten. Bei der dunkelhäutigen Bevölkerung beträgt die Häufigkeit allgemein nur ein Sechstel der hellhäutigen Bevölkerung. Bei Ersteren treten maligne Melanome besonders an wenig pigmentierten Körperteilen wie Schleimhäuten, Hand- und Fußflächen auf.

In Deutschland macht das maligne Melanom mit etwa 14.000 neuen Fällen pro Jahr 3 Prozent aller bösartigen Neubildungen aus. Schwarzer Hautkrebs ist für etwa 1 Prozent aller Krebstodesfälle verantwortlich. Mit besonders großer Häufigkeit treten Melanome in der zweiten Lebenshälfte auf: Bei Frauen beträgt das durchschnittliche Erkrankungsalter 57 Jahre, bei Männern 63 Jahre. Aber auch jüngere Erwachsene können betroffen sein.